Skip to content

„Der Inverted Classroom in den Geistes- und Sozialwissenschaften“ mit Prof. Dr. Jürgen Handke

Am Mittwoch, dem 22. Februar 2017, wird es in der zweiten Workshoprunde ab 14 Uhr verschiedene Workshops zu dem Thema „Der Inverted Classroom in den verschiedenen Fachgebieten der Hochschullehre“ geben.

Prof. Dr. Jürgen Handke wird hierbei das Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften beleuchten. Der Workshop „Der Inverted Classroom in den Geistes- und Sozialwissenschaften“ will zunächst mit dem Vorurteil aufräumen, dass dies Fächer sind, in denen die Methode des „Invertierens“ von Inhaltsvermittlung und Vertiefung nicht ‚geht‘ oder, wie die Gegner der Digitalisierung der Lehre oft anführen, seit Jahrzehnten bereits praktiziert wird: Man liest vorbereitende Literatur und behandelt bzw. vertieft diese in anschließender Präsenz. Stimmt das? Sind diese Fachgruppen digitalisierungs-resistent und die geistes- und sozialwissenschaftliche Lehre für das Inverted Classroom Format ungeeignet? Das sind einige der Fragen, die im Workshop bearbeitet werden sollen. Dabei stehen folgende Fragen im Zentrum:

Was sind die grundlegenden Anforderungen in der Lehre dieser Fächer? Wie werden Lehrveranstaltungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften gestaltet und welcher digitalen Elemente und Szenarien bedarf es, um Inverted Classroom Formate in diesen Disziplinen erfolgreich einzusetzen?

juergen_handke1Prof. Dr. Jürgen Handke ist als Sprachwissenschaftler auf der Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften angesiedelt. Sein eigenes, auf naturwissenschaftlichen Prinzipien basierendes Gebiet, ist mit vielen typisch geisteswissenschaftlichen Elementen angereichert, die völlig anderen Digitalisierungsprinzipien folgen. Diese Unterschiede hat er nicht nur in seinen Inverted Classroom Szenarien im Allgemeinen, sondern auch bei den dazugehörigen E-Assessment Prinzipien und den typischerweise gemischten Zielgruppen berücksichtigt.

„Flexibilisierung, Individualisierung und Wirksamkeit“ mit Prof. Dr. Jürgen Handke

Am Mittwoch, den 22. Februar 2017, wird Prof. Dr. Jürgen Handke den Workshop „Flexibilisierung, Individualisierung & Wirksamkeit“ leiten. Dieser Workshop, dessen Zielgruppe Lehrende mit Vorerfahrung im Einsatz bzw. Lehrende mit eigenen Ideen zum Einsatz des Inverted Classroom Modells sind, ist es, die verschiedenen Formate, die sich aus dem Inverted Classroom als Basismodell der Integration digitaler Elemente und Szenarien in die Lehre ergeben, zu erörtern. Dazu wird Jürgen Handke zunächst das Grundmodell des Inverted Classroom, so wie es seit 2013 an der Philipps-Universität Marburg im Fach Anglistik praktiziert wird, zusammen mit den Ergebnissen der seit dieser Zeit laufenden semesterbegleitenden Untersuchungen vorstellen. Dabei werden die neusten Ergebnisse zum FLOCK-Konzept aus dem Wintersemester 2016/17 mit einbezogen. Außerdem wird ein Novum und erste Untersuchungen dazu vorgestellt: Die E-Klausur, bei der die Internutzung erlaubt ist.

Der Workshop bezieht sich daher auf „Work-in-Progress“, somit sind Erfahrungen, Berichte und Evaluationsergebnisse der Teilnehmer auch in Hinblick auf zukünftige Publikationen willkommen.

juergen_handke1Prof. Dr. Jürgen Handke, mehrfach für die verschiedenen Facetten seiner digitalen Lehre ausgezeichnet, setzt seit 2006 Inverted Classsroom Szenarien in der Linguistik ein. Seit 2009 ist E-Assessment integraler Bestandteil dieser Lehre und seit 2013 das BYOD-Prinzip, das 2016 erstmals auch in elektronischen Klausuren angewendet wurde. Seit 2013 werden alle seine Lehrveranstaltungen auch auf deren Wirksamkeit hin untersucht und die Ergebnisse in verschiedenen Studien veröffentlicht.

Keynote Speaker: Oliver Janoschka

Oliver Janoschka wird mit seinem Vortrag „The Digital Turn – made in Germany: Erkenntnisse aus drei Jahren Hochschulforum Digitalisierung & Umsetzungsperspektiven für 2017“ am 22. Februar 2017 die ICM schließen.oliver-janoschka_5691

Seit 2014 arbeitet er für den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als Programmleiter und Geschäftsführer des Hochschulforum Digitalisierung. Dort ist er im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Bildung dafür zuständig, durch die Koordination diverser Experten zu erarbeiten, wie die digitale Zukunft der Hochschullehre gestaltet werden kann.

In seinem Vortrag wird er einerseits die letzten drei Jahre mit dem Hochschulforum Digitalisierung Revue passieren lassen, jedoch auch die Prozesse dieses besonderen Netzwerks beleuchten und die inhaltlichen Ergebnisse und Empfehlungen des Hochschulforum Digitalisierung reflektieren. Zudem möchte er darauf eingehen, welche nächsten Schritte für das Hochschulforum Digitalisierung 2020 geplant sind und diskutieren, wie die Umsetzung einer Hochschulbildung im digitalen Zeitalter hochschulübergreifend gelingen kann.

„Von der Idee zum Video“: Expertenworkshop mit Anton Bollen von TechSmith

Am Dienstag, dem 21. Februar 2017, wird ein Stationen-Workshop rund um das Thema „Von der Idee zum Video“ stattfinden. Dort werden die Teilnehmer kleinschrittig und praxisorientiert an die Erarbeitung eines eigenen Lehrvideos herangeführt. Die einzelnen Workops sind nach verschiedenen Startleveln gestaffelt, so dass den heterogenen Vorerfahrungen der Teilnehmer Rechnung getragen wird.

antonbollenAnton Bollen von TechSmith wird hierbei den Workshop „Videos noch besser machen“ für Experten leiten. Er ist der Technology Evangelist der Firma TechSmith, dem Hersteller der Camtasia Software. Die ersten Schritte im Bereich Lernvideos unternahm er 2003 als er für die Erstellung und Lokalisierung vieler Software-Tutorials verantwortlich war. 14 Jahre und mehr als 800 Videos später zählen Lernvideos noch immer zu Antons Leidenschaft und er arbeitet eng mit Anwendern im deutschsprachigen Raum zusammen, um die Möglichkeiten und Herausforderungen der Videoerstellung zu verstehen und zu meistern. Sein Anspruch ist immer, dass die Videoproduktion mit einfachen Mitteln und von jedermann umgesetzt werden kann.

Dies will er in seinem Workshop gut vermitteln; da es der Experten-Kurs ist, ist allerdings ein halbwegs geübter Umgang mit Camtasia oder einem ähnlichen Videoprogramm vorausgesetzt. In dem Workshop wird er mit Camtasia 9 arbeiten, aber den Schwerpunkt nicht auf die Software selbst sondern auf Videokonzepte legen: „Wie erstellt man bessere und effektivere Videos?“; hierbei soll den Teilnehmern gezeigt werden, wie sie „einfache“ Videos mit verschiedenen Mitteln und Ansätzen verbessern und effektiver gestalten können, und ihnen somit Ideen für die eigenen Videos mitgeben.

Im Folgenden beschreibt er seinen Workshop schon etwas detaillierter und nennt Voraussetzungen für die Teilnahme:

In diesem Workshop verfolgen wir die Frage, mit welchen Mitteln wir die Qualität unserer Videos verbessern und deren Effektivität im Lernprozess verbessern können. Wir präsentieren und diskutieren bewährte Ansätze und lehrreiche Konzepte der Videoerstellung, die von praktischen Übungen begleitet werden. Die Teilnehmer werden somit die Gelegenheit haben, die gelernten Konzepte selber auszuprobieren und zu erlernen.

Voraussetzungen:

  1. Laptop mit Camtasia 9 (Windows) oder Camtasia 3 (Mac) vorinstalliert. (Testversion oder Vollversion)
  2. Einfache Audio- und Videobearbeitungsvorkenntnisse (Camtasia Vorkenntnisse ein großes Plus)
  3. Optional: Gern eigene Videos mitbringen, die man verbessern möchte

Am Mittwoch, den 23. Februar, wird er zusätzlich noch einen ähnlichen, jedoch eher allgemeiner orientierten Workshop in Kooperation mit Tabea Weiß leiten. Dieser richtet sich an alle, die selber Videos für Ihren Unterricht erstellen. Dort verfolgen sie die Frage, mit welchen Stilmitteln und Ansätzen man die Qualität und Effektivität der eigenen Videos verbessern kann. Es werden bewährte Beispiele, Studienergebnisse und Konzepte aus der Vidoerstellung präsentiert und diskutiert. Teilnehmer*innen werden Ideen und Impulse sammeln, die später bei eigenen Projekten umgesetzt werden können.

Der Inverted Classroom setzt sich durch: Auszeichnung für Dirk Weidmann

Dirk Weidmann, der lange Zeit als studentische Hilfskraft die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Handke ünterstützte, wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Digitales Lernen in der Praxis – Ideen für den Unterricht“ vor kurzer Zeit für ein innovatives Englischprojekt an der Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein ausgezeichnet. Dort unterrichtet er seit einiger Zeit mithilfe des Inverted Classrooms Modells. Dieses nutzte er für sein Projekt, indem seine Schüler in einer Lerngruppe mithilfe von iPads eigene Selbstlernvideos zur englischen Grammatik erstellten, die anschließend für die ganze Gruppe verfügbar waren. So konnten die Schüler selbständig und individuell einzelne Themen vertiefen und wiederholen. Mit der von der Initiative „Medien in die Schule“ ins Leben gerufenen Auszeichnung konnte er seiner Schule einen Zuschuss über 1000 Euro für die multimediale Ausstattung sichern.

Dies zeigt, dass das Inverted Classroom Modell sich durchsetzt und das Konzept sehr zukunftsträchtig ist. Im Rahmen der kommenden Inverted Classroom Konferenz werden verschiedene Themen rund um die Videoerstellung, die Einsetzung des Modells und weitere Themen diskutiert und genauer beleuchtet.
Wir gratulieren Dirk Weidmann für diese Auszeichnung und hoffen, Sie am 21. und 22. Februar bei uns begrüßen zu dürfen.

Um den Artikel über Dirk Weidmanns Auszeichnung zu lesen, besuchen Sie bitte die Homepage der Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein.